Wenn ich erzähle, dass ich Pferderomane schreibe, folgt häufig entweder eine kurze, betretene Stille, oder ein unsicheres Lachen. Dann die Annahme, dass das sicherlich Kinderbücher sind, wenn ich es nicht schon im Vorfeld spezifiziere. Viele Pferdemenschen sagen erst einmal „sowas lese ich aber nicht“. Natürlich gibt es auch die anderen, die sich freuen, endlich mal wieder etwas zu lesen, was sie an ihre Kindheit erinnert und auch jene, die regelmäßig Pferderomane lesen. Doch meiner Erfahrung nach sind Pferderomane ein Genre, mit dem viele nicht in Verbindung gebracht werden möchten. Das finde ich aus diversen Gründen schade (klar, auch, weil ich Pferderomane schreibe). Aber warum ist das eigentlich so?

Der Hauptgrund: Es wird die Klischee-Keule erwartet!
Ja, ich hab’s gemacht: Ich habe bei Social Media nachgefragt, was der Grund dafür ist, dass viele keine Pferderomane mögen und ich habe wirklich interessante Antworten bekommen. Der eine Grund, der immer wieder genannt wurde, war aber, dass eine gewisse Erwartungshaltung bei Pferderomanen mitschwingt. Und zwar die heile Welt Mädchenliteratur, stark geprägt durch Pferdefilme wie Ostwind.
Genauer gesagt heißt das: Das Mädchen, das noch nie etwas mit Pferden zu tun hatte, muss auf einen Reiterhof. Dort gibt es ein unzähmbares Pferd (besonders gern ein schwarzer Hengst), zu dem das Mädchen auf besondere Weise eine Verbindung aufbaut, die niemand versteht. Innerhalb kürzester Zeit kann sie ihn reiten. Und dann passiert eins von zwei Dingen: Entweder soll der Hengst verkauft werden oder der Hof, weil er in Geldnot kommt. Beide Probleme lassen sich in der Regel durch den Gewinn eines Turniers lösen. Bonuspunkte, wenn das ohne Sattel und Trense passiert.
Okay, ja, das klingt ein bisschen verbittert und diese Storyline kann toll sein! Aber ich verstehe schon, warum das erwartet wird und warum man dann einen Bogen um Pferderomane macht. Aber das ist so schade, denn es gibt mittlerweile so viel mehr in diesen Büchern als nur dieses Klischee. Und vor allem sind sie viel authentischer geworden!
Weitere Gründe: Nicht noch mehr Pferde und fehlende Qualität
Einige sagten auch, dass sie im Alltag schon genug Pferde um sich herum hatten und sich daher nicht auch noch in Büchern damit beschäftigen wollten. Vollkommen legitim!
Andere bemängelten jedoch die fehlende Qualität. Klar, das verstehe ich sogar: Wenn ich Bücher lesen würde, in denen offensichtlich ist, dass die Autorin oder der Autor noch nie auf einem Pferd saß und schon Grundlagen nicht recherchiert wurden, dann würde mir das auch keinen Spaß machen.
Dabei ist es auch egal, worum es geht. Wenn man sich als Leser*in in einem Thema auskennt, fällt es auf, wenn die Autor*innen Laien sind. Aber auch da kann ich eine Lanze für Pferderomane brechen: Viele Autorinnen in dem Bereich sind selbst Reiterinnen und setzen sich mit ihren Büchern sogar aktiv dafür ein, Wissen über Pferde zu verbreiten. Dazu zähle ich übrigens auch. In meinen Büchern wird ganz oft subtil etwas vermittelt, das ich im Umgang mit dem Pferd wichtig finde. Sei es die Art, wie ein Pferd abgeduscht wird, das Aufwärmen vor dem Reiten oder der Umgang mit Krankheiten – das alles gehört für mich in guten Pferderomanen dazu!
Das Genre ist im Wandel
Man merkt: Das Genre Pferderoman verändert sich stark. Oder es hat sich eigentlich schon stark verändert. Oftmals bestehen Befürchtungen noch, weil negative Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht wurden. Und ich verstehe gut, warum man dann Skrupel hat, es noch einmal zu versuchen, aber ich kann es wirklich allen nur raten, denn mittlerweile gibt es wirklich tolle, gut recherchierte und authentische Pferderomane für jedes Alter von Autorinnen, die selbst reiten.
Tipps gefällig?
- Natürlich empfehle ich dir gern meine Pferderomane für Jugendliche und junge Erwachsene*
- Wer meine Romane mag, wird auch mit den „Iris & Pippa„* Büchern von Christine Rummel viel Freude haben
- Oder auch „Enya – Weg zur Geborgenheit„* von Gabriele Dietrich für Fans von achtsamen, ruhigen Büchern
- Wenn es düsterer sein darf, vielleicht ein Pferdekrimi mit „Black Night„* von Anna Castronovo?
- Lieber humorvoll? Dann greift zu „Der Supergaul„* von Helene Bockhorst
- Oder romantisch und erwachsener? Dann vielleicht „Zwei Herzen im Galopp„* von Tabea Kiefer
- Es soll sexy sein? Dann sind die Bücher von Chloe Jackson* das Richtige für dich
- Für jüngere Pferdefans ab ca. 10 – 12 Jahren würde ich „Die Shettytruppe„* von Marie-Therese Goldmann empfehlen oder die Bücher von Elea Meyer*
- Wenn es weihnachtlich sein darf, „Feline Abendstern„* von Luna Lavendela (ab 8 Jahren)
Du siehst also: Die Auswahl ist groß – und das ist nur ein Teil davon! Ich hoffe, du findest das passende für dich und lässt dich überzeugen, dass es heute ganz viele tolle Pferderomane gibt!
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